Kommt und seht

HERRZLICH WILLKOMMEN

Wir sind eine kleine katholische Ordensgemeinschaft, die auf der Halbinsel südlich Hamburgs an diesem Ort der Stille und der Einkehr sich niedergelassen hat, zugehörig dem kontemplativen Teresianischen Reformorden.

Unsere neue Lebensform hier ist wie eine Antwort auf die Frage nach einem Weg der Karmel der Zukunft, wie wir die Herausforderungen der Zeichen der Zeit in Kirche und Welt und auf die religiösen und menschlichen Sehnsüchte der Menschen von heute reagieren sollen.

Unsere Gebetszeiten - Chorgebet und Inneres Beten sind offen für alle. Außerdem bieten wir den Suchenden die Möglichkeit für einen kurzen Aufenthalt in der Stille und Besinnung in dem Gästehaus und Gästewohnungen.

Nachrichten

Das neue Jahr 2017 begann mit unserem Erzbischof Stefan Heße, der mit uns und vielen Besuchern  das Hochamt feierte, an dessen Ende er jedem Einzelnen den Neujahrssegen spendete. In seiner Ansprache unter dem Eindruck von terrorischen Bedrohung um die Jahreswende empfahl er uns“ Handwerker des Friedens zu sein „

                                                 

Gleich zu Beginn des Luther Gedenkjahres gibt es eine interreligiöse Begegnung mit der Gruppe „ Die Brücke- der Laurentiusgemeinschaft! von Hafencitiy bei uns in der Karmelzelle am
 Freitag, dem 13. Januar.

                                           
                                                   
                                             
Am gleichen Wochenende  findet mit unserer evangelischen Nachbargemeinde der ökumenische Neujahrsempfang der beiden Kirchen St. Nikolai und St. Petrus hier bei uns.Nach dem  ökumenischem Gottesdienst in unsere Klosterkirche haben wir die Begegnung im Sasse bei einer ausgedehnten Agape:
am  Sonntag ,15.1.2017 um 10.30 Uhr  in der katholischen Klosterkirche St. PetrusFinkenwerder                                                    
                                                     

Anregenden Gedanken zum Lutherjahr kamen aus karmelitansichen Sicht mit dem Heft Karmelimpulse von Pater Dr. Reinhard Körner, die Sie gratis bestellen unter diesem links:

http://www.karmel-birkenwerder.de/cms/KARMELimpulse.11.0.html




Da wir uns über ökumenische Kontakte immer besonders freuen, sei hier von den Gruppen, die zu uns kamen, eine besonders erwähnt: die Mentoringgruppe, die 2. -6. November bei uns zu Gast war. Sechs junge Männer (ein siebter war erkrankt) aus freikirchlichen Gemeinden im Stuttgarter Raum, Harburg, Berlin und Würzburg trafen sich, um sich über ihr Leben und ihren Glauben in den letzten zwölf Monaten auszutauschen. Sie verstärkten nicht nur unser Chorgebet, sondern übernahmen sogar am letzten Morgen die Gestaltung der Laudes, so dass wir zwei neue Lieder kennenlernten. Wir wünschen ihnen Gottes Segen für ihren weiteren Weg!


• Von 17-21. Oktober nahm unsere Priorin Sr Teresa  an der Priorinnentagung teil, die in Münsterschwarzach stattfand. Gerade in diesem Jahr feiern die Benediktiner dort 1200 Jahre Abtei Münsterschwarzach, darum hatten auch die Schwestern viele Gelegenheiten, die viele Veranstaltungen dort am Rand mit zu erleben. Das Thema von der Tagung in diesem Jahr lautete: „Gottes und Menschenbild bei Johannes vom Kreuz“, das vom Sr Elisabeth vom Karmel Kirchzarten gehalten wurde. Sie ist eine sehr gute Kennerin der Schriften  unserer Ordenseltern: Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz, So wurde diese Tagung eine Bereicherung für die Schwestern auf dem geistlichen Weg. Wer ist Gott und wer ist der Mensch? Für Joh.v.Kr. ist Gott so allmächtig, so groß, er überragt unsere Vorstellungen und Gedanken. Doch zeigt er uns einen Weg des Verstehens durch die Menschwerdung seines Sohnes. Joh.vo.Kr. sagt: „Nur e i n W o r t hat der Vater gesprochen und das ist sein Sohn und im Schweigen muss es gehört werden“
Entsprechend hat Sr. Elisabeth das Thema zusammengefasst im Hinblick auf Gemeinschaft:
„Echte Gemeinschaft, echte Mitmenschlichkeit entsteht nicht auf der Ebene der oberflächlichen Unterhaltung, der Beobachtung anderer bzw. der Bemerkungen über andere, sondern auf der viel tieferen kontemplativen Ebene des schweigenden, diskreten, von gegenseitiger Achtung und Liebe getragenen Umgangs miteinander. Johannes empfiehlt hier keineswegs, kein Interesse füreinander zu zeigen, sondern die ungesunde Neugierde und Kritisiersucht zu bremsen. Wer sich auf den von Johannes vorgezeichneten Weg der Mensch-Werdung bzw. GottWerdung (das sind ja zwei Seiten ein und derselben Medaille) einlässt, wird immer auch ein besserer Gemeinschaftsmensch, einer, der in seinen sozialen Beziehungen von mehr innerer Freiheit und selbstloser Liebe geprägt ist.“



• Anfang November waren Sr Maria und Sr Katharina bei dem Regionaltreffen der jüngeren Schwestern des Ordens im Norden Deutschlands, das in diesem Jahr im Karmel Hannover stattfand. Die Schwester tauschten miteinander aus, wie wir heute im Karmel leben entsprechend der Herausforderung der Zeit, z.B. als kleine Gemeinschaft inmitten in der Stadt, offen für die vielen Suchenden.
Die Schwestern besuchten deshalb Gemeinschaften, die seit Jahren dieses Ideal schon leben: Die Cella St.Benedikt in Hannover und die Schwesterngemeinschaft inWülflingshausen.




  DER HIMMEL IST IN MIR
                                    Elisabeth von Dijon

Unter den 7 Seligen, die Papst Franziskus am letzten Sonntag, dem 16.10.2016, heiliggesprochen hat, war zur Freude des Karmelordens auch die neue Heilige Sr Elisabeth von der Dreifaltigkeit (1880-1906) aus Dijon , Frankreich. Sie ist bekannt als seelische Verwandte mit der kleinen Hl. Therese von Lisieux. Sie lebte nur 5 Jahren im Karmel Dijon und starb mit 26 Jahren an der Addison-Krankheit, die damals unheilbar war.

Unter den 400 Pilgern aus Dijon bei der Heiligsprechungsfeier in Rom war auch die Priorin von Dijon- Sr. Claire Marie von der Dreifaltigkeit. In einem Interview mit einer französischen katholischen Sendung sagte sie, dieser große Tag sei wirklich ein gnadenreicher Tag für den Karmel. Sie hoffe aber, dass die Botschaft der neuen Heiligen mehr das Herz der vielen Christen sowohl in Frankreich als auch in der ganzen Welt erreichen werde.

„Die Heilige Elisabeth hat uns Schwestern sehr viel geholfen, wie wir im Alltag das Wichtige in unserer Berufung mit dem Herzen finden können. Sie liebte die Stille, um Gottes Stimme hören zu können. Sie ermutigte uns, das Schweigen, die Stille hochzuschätzen, denn nur so können wir GOTT in unserem Inneren entdecken. Sr. Claire Marie von der Dreifaltigkeit betonte, die Menschen unserer Zeit könnten gerade diese Spiritualität von der neuen Heiligen gebrauchen, um Gott im eigenen Inneren zu finden, ob während der Arbeit oder im Gebet.

Elisabeth erzählte oft von dem Glückgeheimnissen, die sie besaß und an uns weitergeben wollte. Das ist das Leben in einer persönlichen Beziehung mit Gott: „
Oh, ich wünsche mir sehr, allen Menschen sagen zu können, wie beglückend es ist, aus dieser Quelle der Kraft, des Friedens zu schöpfen, wenn man mit GOTT lebt“ (Brief 302). Denn „das Leben mit Gott ist ganz einfach und schön“ (Brief 301). Sie fand den Himmel bereits auf Erden, „denn der Himmel ist Gott und Gott ist in mir.“ Trotz dieser tiefen Erfahrung lebte sie nicht in den Wolken, sondern litt sehr unter kargen Einfachheit des Karmel damals ohne fließendes Wasser und Heizung; hinzu kamen noch innere Prüfungen, Leiden und zum Schluss die unheilbare Krankheit, die ihr junges Leben erlöschen ließ.

Aber in allen suchte sie nur den Willen Gottes, den sie sehr geliebt hat. Nach einem mehrere Monate dauernden Todeskampf starb sie am 9. November 1906 mit den Worten: "Jetzt gehe ich zum Licht, zur Liebe, zum Leben."




Kommunität Treffen im Herbst am 10.9.2016

Dialog war das Thema, dass über dem Kommunitätentreffen stand, das diesmal bei uns stattfand. Dabei kommen Mitglieder evangelischer wie katholischer Gemeinschaften aus dem Erzbistum Hamburg sowie der Nordelbischen Kirche zusammen, und so durften wir am 10. September über vierzig Mitglieder der unterschiedlichsten Kommunitäten bei uns begrüßen.
 Als Referentinnen hatten wir Sr. Marianne Bremer und Sr. Felicitas gewinnen können, beide aus dem Orden der Schwes-tern von der heiligen Elisabeth. Sie kamen eigens aus Berlin angereist und gestalteten das Treffen sehr lebendig, wobei ihnen (und uns) zugute kam, dass unsere Kirche nicht nur sehr groß ist, son-dern auch sehr flexibel gestaltet werden kann: Wir räumten kurzerhand die Mitte leer und bildeten einen großen Stuhlkreis.

„Es gibt keine Methode. Es gibt nur Achtsamkeit.“ (Krishnamurti) So ließen sich die Impulse dieses Tages zusammenfassen – Achtsamkeit auf die Offenbarung Gottes und auf die inneren sowie die äußeren Ereignisse, wobei zu letzteren natürlich ganz wesentlich die Begegnungen mit den Men-schen um uns herum gehören.
 Damit ein Dialog zwischen Gott und den Menschen oder untereinander gelingen kann, sollen wir darauf achten, meinem Gegenüber vorurteilsfrei zu begegnen. Dann erst sehen wir vielleicht etwas mehr und richtiger.







„Mutter Teresa ist mit uns geblieben, sie betet für uns"















                                     

Die Papstpredigt im Wortlaut: „Mutter Teresa war für alle da“


Hier können  Sie die Homilie des Heiligen Vaters bei der Eucharistiefeier zur Heiligsprechung von Mutter Teresa von Kalkutta auf dem Petersplatz, vom 4. September 2016 nachlesen:

» Wer begreift, was der Herr will? « (Weish 9,13). Diese Frage aus dem Buch der Weisheit, die wir in der ersten Lesung gehört haben, stellt uns unser Leben als ein Geheimnis vor Augen, dessen Interpretationsschlüssel wir nicht besitzen. Die Protagonisten der Geschichte sind immer zwei: Gott auf der einen Seite und die Menschen auf der anderen. Unsere Aufgabe besteht darin, den Ruf Gottes wahrzunehmen und dann seinen Willen anzunehmen. Um ihn aber ohne Zögern anzunehmen, fragen wir uns: Was ist Gottes Wille in meinem Leben?

Im selben Abschnitt aus dem Buch der Weisheit finden wir die Antwort: » Die Menschen lernten, was dir gefällt « (V. 18). Um den Ruf Gottes zu prüfen, müssen wir uns fragen und begreifen, was ihm gefällt. Viele Male verkünden die Propheten, was dem Herrn wohlgefällig ist. Ihre Botschaft findet eine wunderbare Zusammenfassung in dem Satz: » Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer « (Mt 9,13; vgl. Hos 6,6). Gott gefällt jedes Werk der Barmherzigkeit, denn in dem Mitmenschen, dem wir helfen, erkennen wir das Angesicht Gottes, das niemand sehen kann (vgl. Joh 1,18).

Jedes Mal, wenn wir uns den Bedürfnissen der Brüder und Schwestern zuneigen, haben wir Jesus zu essen und zu trinken gegeben, haben wir den Sohn Gottes bekleidet, unterstützt und besucht (vgl. Mt 25,40).
Wir sind also aufgerufen, konkret umzusetzen, was wir im Gebet erbitten und im Glauben bekennen. Es gibt keine Alternative zur Nächstenliebe: Alle, die sich in den Dienst der Mitmenschen stellen, lieben Gott, selbst wenn sie es nicht wissen (vgl. 1 Joh 3,16-18; Jak 2,14-18). Das christliche Leben besteht jedoch nicht bloß darin, im Moment der Not Hilfe zu leisten. Wenn es so wäre, handelte es sich gewiss schon um eine schöne Gesinnung menschlicher Solidarität, die eine unmittelbare Wohltat auslöst, aber es wäre steril, weil es keine Wurzeln hätte. Der Einsatz, den der Herr verlangt, ist dagegen eine Berufung zur Nächstenliebe, mit der jeder Jünger Christi sein Leben in Jesu Dienst stellt, um jeden Tag in der Liebe zu wachsen.

Im Evangelium haben wir gehört: » Viele Menschen begleiteten ihn [Jesus] « (Lk 14,25). Heute sind diese „vielen Menschen“ vertreten durch die weite Welt des Volontariats, die aus Anlass des Jubiläums der Barmherzigkeit hier zusammengeströmt ist. Ihr seid jene Menschenmenge, die dem Meister folgt und seine konkrete Liebe zu jedem Menschen sichtbar macht. So richte ich an euch die Worte des Apostels Paulus: » Es hat mir viel Freude und Trost bereitet, dass durch dich, Bruder, und durch deine Liebe die Herzen der Heiligen ermutigt worden sind « (Phlm 7). Wie viele Herzen werden durch die freiwilligen Helfer ermutigt! Wie viele Hände unterstützt, wie viele Tränen getrocknet; wie viel Liebe wird im verborgenen, demütigen und selbstlosen Dienst ausgegossen! Dieser lobenswerte Dienst lässt den Glauben sprechen und drückt die Barmherzigkeit des himmlischen Vaters aus, der den Notleidenden nahekommt.

Jesus nachzufolgen ist ein ernstes und zugleich frohes Unterfangen; es verlangt Radikalität und Mut, um den göttlichen Meister im Ärmsten zu erkennen und ihm zu Diensten zu sein. Darum erwarten die Freiwilligen, die aus Liebe zu Jesus den Letzten und Bedürftigsten dienen, keinerlei Dank und keinen Lohn, sondern verzichten auf all das, weil sie die wahre Liebe entdeckt haben. Wie der Herr im Moment der Not auf mich zugekommen ist und sich mir zugeneigt hat, so gehe auch ich auf ihn zu und neige mich denen zu, die den Glauben verloren haben oder leben, als gäbe es Gott nicht. Ebenso widme ich mich den jungen Menschen ohne Werte und Ideale, den Familien in einer Krise, den Kranken und Gefangenen, den sich selbst überlassenen Minderjährigen wie auch den alleingelassenen alten Menschen. Wo immer eine ausgestreckte Hand um Hilfe bittet, um wieder aufzustehen, da müssen unsere Gegenwart und die Gegenwart der Kirche Unterstützung und Hoffnung geben.

Mutter Teresa war in ihrem ganzen Leben eine großherzige Ausspenderin der göttlichen Barmherzigkeit, indem sie durch die Aufnahme und den Schutz des menschlichen Lebens – des ungeborenen wie des verlassenen und ausgesonderten – für alle da war. Sie setzte sich für den Schutz des Lebens ein und betonte immer wieder, dass „der ungeborene Mensch der schwächste, der kleinste und der ärmlichste ist“. Sie beugte sich über die Erschöpften, die man am Straßenrand sterben ließ, weil sie die Würde erkannte, die Gott ihnen verliehen hatte. Sie erhob ihre Stimme vor den Mächtigen der Welt, damit sie angesichts der Verbrechen der Armut, die sie selbst geschaffen hatten, ihre Schuld erkennen sollten. Die Barmherzigkeit war für sie das „Salz“, das jedem ihrer Werke Geschmack verlieh, und das „Licht“, das die Dunkelheit derer erhellte, die nicht einmal mehr Tränen hatten, um über ihre Armut und ihr Leiden zu weinen.

Ihre Mission in den Randzonen der Städte und den Randzonen des Lebens bleibt in unserer Zeit ein beredtes Zeugnis für die Nähe Gottes zu den Ärmsten der Armen. Heute übergebe ich diese beispielhafte Gestalt einer Frau und einer gottgeweihten Person der ganzen Welt des Volontariats: Möge sie euer Vorbild an Heiligkeit sein!
Es fällt schwer, sie Heilige Teresa zu nennen. Ich denke, wir können sie weiterhin Mutter Teresa bezeichnen.

Diese unermüdliche Arbeiterin der Barmherzigkeit helfe uns, immer besser zu begreifen, dass das einzige Kriterium für unser Handeln die gegenleistungsfreie Liebe ist, die unabhängig von jeder Ideologie und jeder Bindung ist und sich über alle ergießt, ohne Unterscheidung der Sprache, der Kultur, der Ethnie oder der Religion. Mutter Teresa sagte gern: „Vielleicht spreche ich nicht ihre Sprache, aber ich kann lächeln.“ Tragen wir ihr Lächeln in unserem Herzen und schenken wir es allen, denen wir auf unserem Weg begegnen, besonders den Leidenden. Auf diese Weise werden wir einer entmutigten Menschheit, die Verständnis und Zärtlichkeit braucht, Horizonte der Freude und der Hoffnung eröffnen.