Kommt und seht

HERRZLICH WILLKOMMEN

Wir sind eine kleine katholische Ordensgemeinschaft, die auf der Halbinsel südlich Hamburgs an diesem Ort der Stille und der Einkehr sich niedergelassen hat, zugehörig dem kontemplativen Teresianischen Reformorden.

Unsere neue Lebensform hier ist wie eine Antwort auf die Frage nach einem Weg der Karmel der Zukunft, wie wir die Herausforderungen der Zeichen der Zeit in Kirche und Welt und auf die religiösen und menschlichen Sehnsüchte der Menschen von heute reagieren sollen.

Unsere Gebetszeiten - Chorgebet und Inneres Beten sind offen für alle. Außerdem bieten wir den Suchenden die Möglichkeit für einen kurzen Aufenthalt in der Stille und Besinnung in dem Gästehaus und Gästewohnungen.

Freitag, 4. August 2017

Geistliches Wort zum Nachdenken.

Gehen Sie kleine Schritte

Hermann-Josef Zoche



Der Gedanke des Aufbruchs, des Neuanfangs stimmt mich immer euphorisch. Alles soll sich ändern und große Pläne werden geschmiedet. Nach einer kurzen Zeit des Überschwangs an Hoffnungen und Träumen von dem besseren Leben, das nun beginnen soll, ist wieder Alltag eingekehrt. 

Verändert hat sich nichts.

Woran liegt es, dass wir so selten unsere Träume und Visionen umsetzen und wahr werden lassen können? Gute Vorsätze und Träume zu haben, ist etwas grundsätzlich Positives. Es zeugt von
Lebendigkeit und Hoffnung, wenn wir in unserem Leben etwas ändern wollen. Der Entschluss, das Leben anzupacken, ist oft verknüpft mit großen Erwartungen an die Zukunft und auch an uns
selbst. Erfüllen sich diese Erwartungen nicht, folgt häufig die Resignation.
lrgendwann stellen sich dann Zweifel ein: Kann ich an meinem Leben überhaupt etwas aus eigener Kraft ändern? Damit wir nicht nach kurzer Zeit vor den Scherben unserer vielen guten
Vorsätze stehen, müssen wir für uns selbst ganz klar formulieren, was wir eigentlich erreichen wollen. Dabei muss uns nicht nur das Ziel, sondern auch der Weg vor Augen stehen. Das, was
wir uns vornehmen, muss für uns selbst klar überschaubar und machbar sein. Formulieren Sie zunächst einen „kleinen“ Vorsatz.

Wenn Sie es geschafft haben, diesen Vorsatz in Ihrem Leben umzusetzen,
können Sie nach und nach immer noch andere Vorhaben
angehen.

Fassen Sie einen realistischen Vorsatz!
Machen Sie sich konkret klar, wie Sie Ihren Vorsatz in die Tat
umsetzen können.



Glück oder Pech?
 Anthony de Mello, 

Eine chinesische Geschichte erzählt von einem alten Bauern, der ein altes Pferd für die Feldarbeit hatte. Eines Tages entfloh das Pferd in die Berge, und als alle Nachbarn des Bauern sein Pech bedauerten, antwortete der Bauer: "Pech? Glück? Wer weiß?”

Eine Woche später kehrte das Pferd mit einer Herde Wildpferde aus den Bergen zurück, und diesmal gratulierten die Nachbarn dem Bauern wegen seines Glücks. Seine Antwort hieß: "Glück? Pech? Wer weiß?”

Als der Sohn des Bauern versuchte, eines der Wildpferde zu zähmen, fiel er vom Rücken des Pferdes und brach sich ein Bein. Jeder hielt das für ein großes Pech. Nicht jedoch der Bauer, der nur sagte: "Pech? Glück? Wer weiß?”

Ein paar Wochen später marschierte die Armee ins Dorf und zog jeden tauglichen jungen Mann ein, den sie finden konnte. Als sie den Bauernsohn mit seinem gebrochenen Bein sahen, ließen sie ihn zurück. War das nun Glück? Pech? Wer weiß?

Was an der Oberfläche wie etwas Schlechtes, Nachteiliges aussieht, kann sich bald als etwas Gutes herausstellen. Und alles, was an der Oberfläche gut erscheint, kann in Wirklichkeit etwas Böses sein. Wir sind dann weise, wenn wir Gott die Entscheidung überlassen, was Glück und was Unglück ist; wenn wir ihm danken, daß für jene, die ihn lieben, alles zum Besten gedeiht.



In deine Hände lege ich …
mein Leben

Andreas Knapp

komm und sieh
ein blick
und du gehörst
nicht mehr dir selber
von nun an empfängst du dich
aus angeschaut werden
augenblick um augenblick
das herz an ihn geschmiegt
lockt der staub der straße
mehr als das dach überm kopf
denn in seinen spuren
reichen deine schritte
über jeden gesichtskreis hinaus
und brennender als feuer
wirst du
in seiner nähe